Bei den B-Junioren des JFC Gera hütet ein Mädchen das Tor

von Jens Lohse

Die 16-jährige Laura Kalbe steht im Kasten der B-Junioren des JFC Gera. Nächsten Sommer wechselt sie zum ZFC Meuselwitz

Die 16-jährige Laura Kalbe hütet das Tor der Verbandsliga-B-Junioren des JFC Gera. (Foto: Jens Lohse)

(OTZ, 01.12.20) Dass ein Mädchen das Tor hütet, wenn Jungen Fußball spielen, so etwas gibt es heutzutage immer mal wieder. Meistens sind die kleinen Kicker dann aber im Vorschul- oder Grundschulalter.

Bei Laura Kalbe liegt der Fall anders. Mit ihren 16 Jahren steht die Elftklässlerin vom Zabelgymnasium im Kasten des B-Junioren-Verbandsligisten JFC Gera, der in der derzeit unterbrochenen Saison Platz zwei in der Tabelle der Staffel 1 hinter dem FC Carl Zeiss Jena II einnimmt.

„Fußball ist meine Welt. Das hat mich schon immer begeistert", sagt die 1,75 Meter große Keeperin. Im Grundschulalter hatte sie in der Arbeitsgemeinschaft der Saarbachtal-Grundschule bei Uwe Gatzemann mit dem Kicken begonnen, stieß dadurch zum FFC Gera, wo sie von Jörg Steinbrich zur Torhüterin ausgebildet wurde.

Als ihr die Anforderungen bei den Mädchen nicht mehr ausreichten, spielte sie auch bei den Jungen, trainierte beim VfL 1990, bei der SG Gera und nun seit zwei Jahren beim JFC Gera. Im letzten Spiel vor dem Herbst-Lockdown, dem 6:1-Erfolg im Achtelfinale des Thüringer Pokalwettbewerbs gegen den 1. Suhler SV 06 hütete sie den Kasten fehlerfrei.

„Von Anfang an hat sie ihre Sache sehr gut gemacht. Vor allem hat sie mehr investiert als alle anderen Spieler im Team. Sie wusste, dass das erforderlich ist, um mithalten zu können", sagt Trainer Dominik Seidel. „Sie hat jede Trainingseinheit mitgenommen, das Torwarttraining besucht, in unteren Ligen mitgemacht, um Spielpraxis zu sammeln. Laura hat eine tolle Einwicklung genommen."

Sie spielen zu lassen, sei keinesfalls ein Risiko. „Ich hatte nie das Gefühl, statt ihr auf einen Jungen zurückgreifen zu müssen, um zu gewinnen."

Die scharfen Schüsse der gleichaltrigen Jungen sind für Laura Kalbe kein Problem. „Daran bin ich gewöhnt. Ab und an wird man auch mal im Gesicht getroffen, geht mit dem einen oder anderen blauen Fleck nach Hause. Im Spiel zieht niemand zurück. Ich will auch keine Sonderbehandlung. Auf dem Feld sind alle gleich", meint Laura Kalbe, für die es die letzte Saison beim JFC Gera sein wird.

Geraer Quartett kickt schon beim ZFC

„Das schreibt der DFB in seinen Regularien so vor, was ich persönlich sehr schade finde." Mit den Frauen des ZFC Meuselwitz hat sie Kontakt aufgenommen, die in der sächsischen Landesklasse beheimatet sind. „Die haben sich sehr um mich bemüht. Im letzten Winter war ich dort schon mal zum Probetraining, habe auch bereits ein Hallenturnier bestritten", verrät die Schlussfrau, die beim ZFC mit Iris Mörsel, Sabine Schäfer, Nicole Pohle und Elisa Trepschinski auf bekannte Gesichter aus Geraer FFC-Zeiten treffen wird.

Bis dahin will sie sich aber noch einige sportliche Meriten verdienen. Zumindest mit einem Titel in Meisterschaft oder Pokal will sie sich von den Jungen verabschieden. Deshalb wird auch in der wettkampffreien Zeit fleißig dreimal pro trainiert





Kein Trainingsbetrieb bis 31.01.2021

(Stand: 07.01.)

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