Pascal Wenzel vom JFC Gera meistert Elite-Jugend-Lizenz des DFB
von Andreas Rabel

23-jähriger Geraer besteht die Prüfung in Leipzig, ist nun Besitzer der kleinen A-Lizenz


Am Ball: Olaf Wenzel und Sohn Pascal. (Foto: Andreas Rabel)

(OTZ, 27.11.20) Wie der Vater so der Sohn. Olaf Wenzel hat sie und seit ein paar Tagen auch sein Sohn Pascal. Der 23-Jährige bestand in Leipzig die Prüfungen zur DFB Elite-Jugend-Lizenz. „Diese Trainerausbildung wird auch die kleine A-Lizenz genannt. Sie ist der Zwischenschritt zur A-Lizenz und letztendlich auch Voraussetzung, um einmal Fußball-Lehrer zu werden", sagt Olaf Wenzel, Nachwuchsleiter beim JFC Gera und DFB Stützpunkttrainer.

Pascal Wenzel hat einen der wenigen DFB-Lehrgänge, die es in Corona-Zeiten gab, durchlaufen. „Sicher ist es eine Vater-Sohn-Geschichte, aber ich bin froh, dass wir die Stelle mit einem jungen Trainer besetzen konnten und den Fortbestand des DFB-Stützpunktes Gera damit auf Jahre auch sichern konnten. Die DFB Elite-Jugend-Lizenz ist die Voraussetzung, um an einem DFB-Stützpunkt arbeiten zu können."

Feedback ist ganz wichtig

Die Ausbildung hatte es in sich, die Inhalte geändert, der Ablauf an die Corona-Vorgaben angepasst. In der Vorphase der mehrphasigen Lizenzausbildung mussten täglich Aufgaben erfüllt, die Ergebnisse übermittelt werden. „Ein Feedback gab es dann in der ersten Präsenzwoche an der Sportschule Leipzig. Die zweite Präsenzphase bestand aus zwei Prüfungstagen", berichtet der junge Coach, der Training und Spielszenen der U16-Auswahl Sachsens analysierte. Jeder hatte seine Aufgaben, keiner konnte sich verstecken.

Und der Vater bemerkte schon, dass sich die Inhalte, die Art und Weise der Ausbildung in den letzten Jahren geändert haben. „Wenn ich sehe, wie heute mit der Videoanalyse gearbeitet wird, sofort anhand von Bildern Fehler aufgezeigt und analysiert werden – das ist schon beeindruckend."

Doch es ging in Leipzig nicht nur darum, die Taktik in Angriff und Abwehr sich anzuschauen, Spielformen im Training zu bewerten. Der zweite Punkt. Wie ein roter Faden zog sich das Thema „Feedback" durch die Ausbildung. „Wir bilden Talente aus, haben es mit jungen Spielern zu tun", sagt Pascal Wenzel und da sei es wichtig, „wie ich Kritik anbringe. Ich muss wissen, wie ich mit jedem einzelnen meiner Spieler verfahre." Doch das war keine Einbahnstraße. Auch die Trainer wurden bei ihrem Tun gefilmt, mit einer Drohne, per Nahaufnahme. Nur so könne man sich hinterfragen, sehen, „kommt das an, was ich sage. Wie kommt es an, was ich sage".

Hat Pascal Wenzel Vorbilder? In jungen Jahren hatte es ihm Jürgen Klopp angetan – wie er es schaffte, die Profis zu führen und zu motivieren. Jetzt beobachtet er genau, was Hans-Jürgen „Hansi" Flick beim FC Bayern München leistet und als Assistenztrainer von Joachim Löw rund um den WM-Titel 2014 bewegt hat. Denn über allem stehe: Talent bringt dich an den Start. Einstellung ans Ziel.

Mit dem 0:6 gegen Spanien hat die Nationalelf den Trainern eine Steilvorlage geliefert. „Da lässt sich in jedem Mannschaftsteil vieles finden, was falsch lief, was man besser machen kann. Anschauungsunterricht auch für die Nachwuchskicker", sagt Pascal Wenzel.

Klopp und Flick die Vorbilder

Der DFB-Stützpunkt Gera ist einer von 366 Stützpunkten in Deutschland, die Nachwuchsfußballer nach den Vorgaben des Verbandes ausbilden. „Eigentlich dürfte kein Talent durchs Netz fallen", sagt Olaf Wenzel. „Landen die Talente nicht bei uns im DFB-Stützpunkt Gera, dann woanders. Hauptsache sie werden gut ausgebildet, das ist die Voraussetzung, um einmal den Sprung in den Leistungsfußball zu schaffen", sagt Olaf Wenzel. Jeder Nationalspieler habe schließlich einmal klein angefangen. Seit acht Jahren gibt es den JFC Gera, der seine Talente zum Großteil zum FC Carl Zeiss Jena delegiert, bei den Männern eine Kooperation mit dem Thüringenligisten TSV Gera-Westvororte eingegangen ist.

Gute Adresse in der Region

Dem JFC Gera eilt ein guter Ruf voraus, inzwischen würden junge Spieler auch aus der Region nach Heinrichsgrün zum Training kommen. Pascal Wenzel kann das nur bestätigen. „Mich musste niemand überreden, die Trainerausbildung zu machen. Mir hat gefallen, wie beim JFC Gera trainiert wird." Der junge Geraer hat selbst alle Nachwuchsmannschaften des JFC Gera durchlaufen, wechselte von den A-Junioren wegen einer Verletzung nicht zu den Männern, widmete sich der Trainerausbildung und seinem dualen BWL-Studium. Und nun kam alles zusammen. Abschluss an der Hochschule und Trainerlizenz.

„Das war die richtige Entscheidung, es jetzt zu machen", sagt Pascal Wenzel. Bis auf weiteres sind alle DFB-Lehrgänge Corona-bedingt abgesagt worden. Als Individualtrainer wird er sich den Talenten widmen. „Ich möchte die Spieler, die mir im Training anvertraut werden, bestmöglich betreuten, Schritt für Schritt besser machen."






Kein Trainingsbetrieb bis 31.01.2021

(Stand: 07.01.)

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