TFV-Beschluss: Nachwuchs als Opfer des Männerfußballs?

(Quelle: OTZ Gera)

JFC Gera sieht TFV-Beschluss kritisch. Kreisfußballausschuss Ostthüringen will nach einer Lösung für den Nachwuchsfußball suchen

Der Vorstand des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) beschloss, dass die Fußballsaison im Männer-, Frauen-, Breiten- und Nachwuchssport nach einer Spielpause fortgesetzt wird. Die Saison 2019/20 geht in eine Verlängerung, eine Spielserie 2020/21 wird es nicht geben. Die Mehrzahl der Thüringer Vereine folgte der TFV-Vorgabe, die Spielserie nicht abzubrechen, sondern im Herbst fortsetzen zu wollen.

Beim Jugendfußballclub Gera, einem reinen Nachwuchsverein, sieht man den TFV-Beschluss kritisch. „Wir haben den Eindruck, dass der Nachwuchs ein Opfer des Männerfußballs geworden ist" sagt der JFC-Vorsitzende Steffen Hadlich. „Wer eine Männer- und vielleicht ein oder zwei Nachwuchsmannschaften hat, kann sich mit der Fortsetzung der Saison anfreunden, doch wir als Nachwuchszentrum stehen vor großen Problemen und Herausforderungen", meint auch Olaf Wenzel, Vorstandsmitglied und Sportlicher Leiter beim Kooperationspartner TSV Westvororte. Die Saison ist eingefroren, soll im Herbst wieder belebt werden.
„Sollte es dazu kommen, dann hätten wir in den verschiedenen Nachwuchsligen noch sieben oder acht Spiele auszutragen, um die Saison 2019/20 zu beenden und eine Pokalrunde – und das war’s. Und dann wäre wieder vier Monate Spielpause."

Das sei Gift für die Ausbildung des Nachwuchses, dem sich der JFC Gera verschrieben hat. „Der Fußball lebt von den Spielen, dafür lohnt es sich zu trainieren", sagt Steffen Hadlich.
Es sei wichtig, dass die Spieler in ihren Altersklassen spielen, doch die Verlängerung der Saison bringe das Wettkampfsystem ins Wanken. Spieler der U16, die eigentlich in der U17 spielen müssten, spielen die kurze Saison von September bis März weiter in der U16. „Da kommt das soziale Gefüge in den Mannschaften durcheinander", sagt Steffen Hadlich. Und noch etwas beunruhigt den JFC-Vorsitzenden. Sachsen zum Beispiel habe die Saison 2019/20 abgebrochen, beginnt mit der neuen Spielsaison, sobald es die Corona-Krise zulässt.
„Unser Nachbarland kann dann eine komplette Saison anbieten, viele Spiele und Aufstiegschancen. Ich befürchte wir werden zum Einkaufsmarkt der sächsischen Vereine und Leistungszentren. Dauert nicht lange und dann stehen die Kleinbusse bei uns in Gera."

Der JFC Gera, 2012 gegründet, wird die Corona-Krise meistern. „Wir haben vernünftig gewirtschaftet, uns nur geleistet, was wir uns leisten können", betont Olaf Wenzel. „Wir hoffen, dass uns die Spieler und vor allem die Trainer erhalten bleiben. Die Verträge laufen bis 30. Juni - und keiner weiß, wie es weiter geht." Was die Geraer ärgert, ist, „dass der Nordostdeutsche Fußballverband sich komplett heraushält, bis jetzt." Die Spielpläne werden von oben nach unten festgelegt.

Einheitliche Regelung mit Nordostverband

„Dem NOFV müsste doch in Abstimmung mit den Landesverbänden an einer einheitlichen Regelung, einschließlich Ab- und Aufstieg, gelegen sein", sagt Steffen Hadlich. Was bleibt? „Wir werden uns erst fügen, wenn wir alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben."

Auch beim KFA Ostthüringen ist man hellhörig geworden, weiß man um die Nöte der Nachwuchsvereine. Doch Klaus Hübschmann fragt sich: „Die Probleme sind bekannt. Warum kam bis zum Webinar am vergangenen Sonnabend nicht ein Vorschlag oder ein Veto aus dem Nachwuchsbereich für den TFV-Vorschlag, die Saison fortsetzen zu wollen? Hinterher sei man natürlich immer schlauer.
„Bei meinem Votum hatte ich den Nachwuchs mit seinen Besonderheiten wie offenbar viele andere auch, nicht auf dem Schirm", sagt der KFA-Vorsitzende Klaus Hübschmann. Bisher gab es eine Spielordnung, eine Saison, doch der Nachwuchs mit seinen Altersklassenbeschränkungen müsse anders gesehen werden, als der Männerfußball.

„Wir sind als KFA für die Vereine und ihre Belange da", sagt der Schmöllner und hat nach Rücksprache mit TFV-Präsident Wolfhardt Tomaschewski grünes Licht, am kommenden Mittwoch zunächst im KFA-Vorstand und danach mit den anderen Kreisfachausschüssen die Situation zu beraten und nach einer Lösung für den Nachwuchsfußball zu suchen.

Aktivbeiträge setzen ebenso aus

„Wir müssen das nicht heute oder morgen entscheiden. Aber eine gesonderte Regelung für den Nachwuchs halte ich für denkbar, wenn es dafür eine Mehrheit im Thüringer Fußball gibt." Auch die Kreisfachausschüsse haben bei dem Votum, die Saison fortsetzen zu wollen, ein Eigentor bekommen. Dem KFA fehlen die Aktivbeiträge, die die Vereine pro Saison überweisen. Das Geld wird für die Aus- und Weiterbildung der Funktionäre, der Trainer und der Schiedsrichter oder für Feierlichkeiten rund um den regionalen Fußball verwandt.

Die Beiträge für die Saison 2019/20 sind geflossen – und noch einmal kann der KFA seine Vereine schlecht zur Kasse bitten.


Bild: Mit dem TFV-Beschluss zur Fortführung der Fußballsaison ins kommende Jahr dürften eventuelle Aufstiegsspiele im Nachwuchs in NOFV-Spielklassen, wie hier zwischen dem JFC Gera und dem 1. FC 04 Neubrandenburg im Vorjahr, für 2020 von vornherein passé sein.

„Unterstütz die Jugend deiner Stadt"





Seite bearbeiten
Aktuelle Ergebnisse

00:00
Fr, 18.09.
M'bernsdorf6:2U8-Junioren
Sa, 19.09.
U13-Junioren0:0CZ Jena II
Meuselwitz1:4U17-Junioren
BW Neustadt0:3U12-Junioren
VfL Gera0:10U11-Junioren
L'wetzendorf3:1D3-Junioren
U16-Junioren0:3Heiligenstadt
SG W'vororte2
:0Geratal
So, 20.09.
U10-Junioren1:1SG Schmölln
BW Neustadt1:1U19-Junioren
FC Greiz II1:7E3-Junioren
U15-Junioren2:3BW Neustadt
Di, 22.09.
U8-Junioren:FSV Berga


Vereinsspielplan
Training Corona

Spielgemeinschaft Männer (SG TSV Westvororte JFC Gera)

Ankündigung W&H-Cup

Auszeichnungen

Ein Stern des Sports (Imagefilm)
Tag der Kinderrechte (Imagefilm)

Vertrauen/Kinderschutz