Der JFC Allstar Talk - Teil 4 mit Tim Richter

Vergangenen Donnerstag stand uns Tim Richter Rede und Antwort. Der Spieler unsere Männer-SG und Trainer der U12-Junioren des JFC Gera gibt uns einen Einblick in seinen fußballerischen Werdegang, seine Motivation und Ziele. Lest es euch doch mal durch:

Hallo, Tim! Du bist seit den E-Junioren beim 1.FC Gera 03 / JFC Gera. Wie verlief deine Jugend und was waren deine größten Erfolge?

Hallo! Ich bin beim JFC Gera jede Altersklasse von den E- bis A-Junioren durchlaufen. Oftmals habe ich sogar schon als junger Jahrgang bei den „Älteren" mit ausgeholfen. Der größte Erfolg war natürlich der Double Sieg mit den U19-Junioren in der Saison 2015/16. Es war ein goldener Abschluss meiner schönen Zeit beim JFC Gera. Zurückblickend war es eine intensive Saison, weil wir nicht viele Spieler zur Verfügung hatten. Viele dachten, dass wir im Laufe der Saison Problem bekommen könnten. Ganz im Gegenteil. Zu den wichtigen Spielen am Saisonende wur-de das sogar unser Vorteil, weil wir so eine homogene Truppe waren, in der jeder wusste wie er mit dem anderen umzugehen hatte. Jeder kannte die Stärken und Schwächen des anderen. Wir hatten einen riesen Zusammenhalt. Die Spiele gegen unseren ärgsten Konkurrenten Schott Jena waren immer sehr eng. Am Ende sind wir dann doch relativ souverän Staffelsieger geworden. In den Platzierungsspielen gegen Nordhausen konnten wir bereits das Hinspiel mit 2:1 gewinnen. Auch das Rückspiel auf dem heimischen Kunstrasen ging mit 6:1 an uns. Danach ging es für uns Richtung Prag, so wie es sich für eine junge Truppe gehört. Dort haben wir den Double Sieg 2 bis 3 Nächte gebührend gefeiert. Die lustigste Geschichte war sicherlich als wir das Double unseres Co-Trainers mitten in der Nacht getroffen und alle 12 Leute mit ihm ein Selfie gemacht haben. Es war insgesamt ein cooler Abschluss der ganzen Saison.
Weiterhin waren natürlich auch die Aufstiegsspiele mit dem 1996/1997 Jahrgang gegen Empor Berlin vor knapp 1000 Zuschauern ein riesen Highlight.

Was schätzt du am JFC Gera?

Ich habe auf jeden Fall beim JFC eine richtig gute fußballerische Aus-bildung genossen. Es wurde nicht nur darauf Wert gelegt, sondern auch auf unseren schulischen Werdegang. Jeder Trainer hat Rücksicht genommen, wenn wir wegen der Hausaufgaben nicht zum Training konnten. Es war nie ein Problem. Das hat der ganzen Truppe sehr geholfen für das weiteres Leben. Am längsten hatte ich Steffen Hadlich und Olaf Wenzel als Trainer. Beide waren und sind auch noch bis heu-te menschlich top. Bis heute haben wir mit beiden noch immer viel Kontakt. Ich kann mich nicht beklagen, denn ich hatte immer genug Spielzeit und konnte mit allen über alles reden.

Du bist direkt nach den U19-Junioren zur den Männern der SG TSV Gera-Westvororte/ JFC Gera? Warum hast du dich für den Schritt entschieden?

Ich hatte mein Abitur gemacht und wusste letztendlich noch nicht wie es für mich beruflich weiter geht und wo es mich hinzieht. Ich wollte mich erstmal ein Jahr sammeln und orientieren. Für mich stand fest, dass ich während der Zeit in Gera bleibe, deswegen stand ich bereits früh mit Westvororte und dem JFC in einem regen Austausch. Heiko Linke und Philipp Schlebe haben zeitnah mit mir gesprochen, um mich von der Spielgemeinschaft zu überzeugen. Mit David Gruner, Kurthi und Gero Pandorf kannte ich einige Spieler, mit denen ich bereits in der Jugend zusammengespielt habe. Es waren gute Gespräche, weswegen ich mich dann auch für diesen Schritt entschieden habe. Weiterhin hatte ich kein Problem in der Kreisoberliga anzufangen, weil ich mich erstmal in den unteren Ligen beweisen und herein schnuppern wollte. Das war denke ich eine gute Entscheidung, wodurch auch viel Spielzeit sammeln konnte.

Du bist mit der Mannschaft 2x aufgestiegen, von der Kreisoberliga in die Verbandsliga. Welche Unterschiede gibt es zwischen den Ligen und wie zufrieden bist du mit deiner ersten Verbandsliga-Saison?

Der Aufstieg in die Verbandsliga war natürlich ein riesiger Schritt für den Verein und die Mannschaft. Wir haben lange darüber diskutiert, ob wir es wagen. Für mich war es von Anfang an der richtige Schritt, weil ich mich als junger Spieler in dieser Liga beweisen wollte. Ich habe sehr viel in jedem Spiel gelernt. Die laufende Spielzeit ging für uns denkbar unglücklich los. Die ersten 3 Spiele haben gezeigt, dass in der Verbandsliga ein anderer Wind weht. Die Mannschaften sind viel abgezockter, führen härtere Zweikämpfe und das Spiel ist nochmal schneller. Im dritten Spiel gegen Wismut standen wir kurz vor einem Punktgewinn, aber verloren kurz vor Spielende knapp mit 2:3. Da hat das gewisse Quäntchen noch gefehlt. Genau wie im ersten Spiel gegen Heiligenstadt, in dem wir ebenfalls führten und noch in der Nachspielzeit mit 1:2 verloren. Von Spiel zu Spiel legten wir eine Schippe drauf und belohnten uns letztlich mit unserem ersten Sieg gegen Schott Jena am 5. Spieltag. In Folge dessen haben wir auch das ein oder andere Spiel dreckig gewonnen und die Punkte geholt. Mittlerweile stehen 20 Punkte aus 17 Spielen zu Buche. Nur 10 Punkte hinter Wismut Gera. Eine top Bilanz! Ich glaube wir können sehr stolz und zufrieden sein. Vielleicht können wir noch ein paar Spiele bestreiten und den Klassenerhalt auf regulärem Weg sichern.


Wie ist die Stimmung in der Mannschaft?

Es ist so harmonisch, wie noch nie. Es klingt zwar blöd, aber es ist ein riesen Zusammenhalt in der Mannschaft. Auch die jungen Spieler haben sich super integriert. Führungsspieler wie Biere, Schnei oder Jule gehen in den Spielen vorne weg. An sich kommt jeder mit jedem klar, was sich auch bei unseren Mannschaftsabenden bemerkbar macht. Auch in der momentanen Situation haben wir untereinander Kontakt, auch wenn es nicht einfach ist. Die Truppe ist wie eine Familie! Wir sind zusammengewachsen und wenn wir auf dem Platz stehen gibt jeder alles für den anderen.

Neben deiner aktiven Karriere hast du eine Laufbahn als Nachwuchstrainer eingeschlagen. Bereits mehrere Jahre begleitest du den 2008er Jahrgang. Wie kam es dazu? Was hat dich dazu bewogen?

Als ich das Jahr Pause nach dem Abitur hatte, kamen sofort Steffen Hadlich und Olaf Wenzel auf mich zu und haben mich gefragt wie es aussieht und sie mich eventuell für den JFC gewinnen können. Damit ich auch weiterhin dem Verein erhalten bleibe. Ich stimmte zu und haben anfänglich Frau Schmidt bei den F-Junioren unterstützt und meinen ersten Schritt als Trainer gemacht. Im selben Jahr habe ich direkt meine B-Lizenz zusammen mit Pascal Wenzel beim TFV erworben. Das war auch eine richtig gute Erfahrung. Im Endeffekt hat es sich echt rentiert. Mittlerweile bestreite ich mit den 2008er Jahrgang die vierte Saison und wir spielen aktuell mit ihnen in der Verbandsliga. Es ist einfach cool zu sehen wie sich die Jungs von Woche zu Woche weiter entwickeln und verbessern. Zwar gibt es auch Rückschläge, aber damit muss man auch umgehen können. An der Seitenlinie zu stehen ist natürlich nochmal ganz anders als selber auf dem Platz zu spielen. Es hat sich aber für mich gelohnt, weil ich viel im Umgang mit Kindern gelernt habe. Ich möchte ja auch Lehrer werden und da ist das eine wichtige Erfahrung für mich. Die Arbeit mit den Kindern macht super viel Spaß, genau wie mit den Trainern. Fast alle verstehen sich sehr, sehr gut und stehen untereinander in einem regen Austausch. Steffen und Olaf halten den Laden riesig zusammen.

Wie läuft es aktuell mit den Jungs und welche Ziele verfolgst du?

Wir spielen mit dem jungen Jahrgang in der Verbandsliga, weil unsere U13 in der Talenteliga aktiv ist. Es ist ein schwieriges Jahr, zumal viele Gegenspieler meist ein Jahr älter sind. Diese Saison ist durchwachsen gelaufen, aber es ist sehr eng. Wir stehen momentan kurz vor den Abstiegsplätze. Nichtsdestotrotz versucht man den Jungs Mut zu machen. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der fußballerischen Ausbildung und nicht auf den Ergebnissen. Wenn die Mannschaft ein gutes Spiel gemacht hat und nur wegen körperlichen Unterschieden verloren hat, dann ist das nicht schlimm. Die Jungs sollen technisch gut ausgebildet werden und da sind wir auf einem sehr guten Weg, auch wenn das Ergebnis der Saison noch nicht zeigt. Insgesamt ist es eine coole Truppe und es macht riesig Spaß mit ihnen.

Was sind diene persönlichen Ziele in den kommenden Jahren?

Also in dieser Hinsicht bin ich relativ offen. Ich spiele schon mit dem Gedanken in Zukunft eine Großfeld-Mannschaft zu trainieren. Jedoch spielen meine Jungs aktuell bereits verkürztes Großfeld, wodurch ich ihnen erste taktische Dinge erklären kann. Dieses Jahr spielen sie auch das erste Jahr mit Abseits. Ich bin für alles offen, aber freue ich auch schon darauf mit den Jungs nächstes Jahr Talenteliga zu spielen. Das wird ein Highlight. Meine B-Lizenz werde ich auch erstmal nur verlängern und in den nächsten Jahren die B-Elite in Angriff nehmen.

Hast du einen Tipp für unsere Spieler?

Ich sag immer, dass Fußball die schönste Nebensache der Welt ist. Es gibt auch noch viele andere wichtige Sachen wie die Familie oder die Schule. Sobald das läuft, kann man sich dem Fußball widmen. Wenn man dann selber als Spieler auf dem Platz steht, sollte man immer alles geben. Das zahlt sich auf jeden Fall aus. Ansonsten sind alle Trainer sehr große Vorbilder. Man kann sich in ihrer Lebensweise und von der Art wie sie Auftreten eine Menge abschauen.


Lieblingsmannschaft: VfB Stuttgart

Lieblingsspieler:Daniel Didavi bzw. Alexandru Maxim

Bester Mitspieler: Jugend: Nick Oelsner, Männer: Rico Heuschkel

Schönstes Tor: Freistoßtor gegen Eisenberg (Männer), Freistoßtor gegen ZFC Meuselwitz in der U17

Emotionalsten Moment: Double Sieg mit der U19 und anschließende Siegerehrung mit der Verabschiedung




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