Der JFC Allstar Talk - Teil 3 mit Philipp Schlebe

Gestern hatten wir den Co-Trainer unserer Männer Spielgemeinschaft Philipp Schlebe zu Gast. Zu Beginn dreht sich alles um seinen eigenen fußballerischen Werdegang und seine Schicksalsschläge. Im Anschluss beschäftigen wir uns mit allem rund um die Männer SG zwischen dem JFC Gera und TSV Gera-Westvororte, speziell die Zusammenarbeit, die Integration von Talenten und die Förderung, aber auch Bobachtung, von den Jungs.


Hallo, Philipp! Wo hast du deine Jugend verbracht?

Mit Fußball habe ich beim 1. SV Gera unter Steffen Geisendorf angefangen. Danach bin ich zum 1. FC Gera 03 gewechselt, wo relativ schnell Steffen Hadlich mein Trainer wurde. Das erste C-Jahr war mein letztes in Gera, ehe ich als alter C-Spieler zu Rot-Weiß Erfurt gegangen bin. Dort habe ich 3 Jahre das Trikot von RWE getragen. Im Anschluss bin ich wieder zurück nach Gera zum JFC bzw. TSV-Gera Westvororte.


Wie kam es damals, dass du zu Erfurt gewechselt bist?

Wir waren mit Steffen Hadlich als Trainer in den Jahrgängen 1995, 1996 und 1997 relativ erfolgreich und spielten jedes Jahr oben mit. Nebenbei wurde ich gemeinsam mit Dominik Drechsler für die Landesauswahl nominiert. Als einziger Spieler in der Landesauswahl, der nicht für Jena oder Erfurt spielte, wurden die Vereine auf mich aufmerksam. Letztlich entschied ich mich für Erfurt, weil mir das Internat gefiel und der Trainer sehr hartnäckig war.

Wie lief deine Zeit bei Erfurt und was hattest du für Erfolge?

Es war eine totale Umstellung, obwohl es schon damals bei Steffen Hadlich beim 1. FC Gera relativ professionell war. Es änderte sich die Trainingsbeteiligung und -methodik, aber auch die Sportanlagen waren besser. Bei der U15 von Erfurt habe ich in der Regionalliga gespielt. Im Jahr darauf bin ich mit der U16 bis zu Halbserie in der Verbandsliga aufgelaufen, ehe ich im Winter zur U17 in die Regionalliga berufen wurde. Zum einen konnte ich mich durch gute Leistungen empfehlen, zum anderen profitierte ich von einer Knieverletzung eines Stamminnenverteidigers. Ich habe etwas Spielpraxis sammeln dürfen und half bei wichtigen Spielen in der U16 aus, mit denen wir am Ende auch Landesmeister und Pokalsieger wurden. Mit der U17 wurden wir ebenfalls Meister und stiegen in die Bundesliga auf. Wahrscheinlich mein größter Erfolg. Im Jahr darauf habe ich die Mannschaft als Kapitän in der Bundesliga angeführt bis mich eine Verletzung zurückgeworfen hat. Daraufhin bin ich nicht mehr an meine Leistungen herangekommen, zudem verlor ich die Kapitänsbinde. In der gleichen Zeit machten die anderen Jungs einen riesen Schritt, was es mir noch schwerer machte wieder in die Startelf zurückzukehren.


Wie ging es dann weiter? Warum bist du wieder nach Gera gekommen?

Es gab ein Perspektivgespräch in Erfurt in dem mir mitgeteilt wurde, dass nicht mehr mit mir in der U19 geplant wird und ich mir einen anderen Verein suchen soll. Das war ein harter Schlag. Ich habe mich dann dazu entschlossen den Fokus auf die Schule zu legen und wieder nach Gera zurück zu kommen. Am liebsten wollte ich dort direkt im Männerbereich spielen. Ich hatte mit Roschütz, Wismut und Westvororte drei Optionen und entschied mich letztlich, dank des Einsatzes von Heiko Linke, für den TSV. Normalerweise ist es nicht üblich als junger A-Junior bei den Männern zu spielen, jedoch wurde es mir durch das Zweitspielrecht beim JFC möglich gemacht.

Wie lange hast du beim TSV gespielt?

Das erste Jahr beim TSV war zugleich die erste Saison für Westvororte in der Landesklasse. Leider stiegen wir am Ende wieder ab. Nebenbei habe ich immer am Sonntag bei den U19-Junioren des JFC ausgeholfen, mit denen ich Erfolg hatte und auch immer oben mitgespielt habe. Am Anfang der Rückrunde riss ich mir jedoch das Kreuzband und fiel für den Rest der Saison aus.


Es kam relativ abrupt dein Karriereende? Woran lag das? Wie ging es danach für dich weiter?

Ich hatte einen Unfall und habe mich schwer am Halswirbel verletzt, weswegen mir die Ärzte das Karriereende nahelegten. Zunächst hing ich in der Schwebe und wusste nicht wie es weiter geht. In dieser schweren Zeit kam Heiko Linke auf mich zu und wollte mich für die sportliche Leitung beim TSV gewinnen. Dem kam ich nach und wurde letztendlich mit 20 Jahren Sportkoordinator. Ich bin halt ein Fußballver-rückter Typ und kann mir ein Leben ohne Fußball nicht vorstellen. Ich war trotz alledem an der Mannschaft dran und konnte etwas bewegen. Zumal die Truppe wie eine Familie war.

August 2016: Philipp Schlebe (Mitte) ist vielleicht einer der jüngsten Sport-Koordinatoren, den es überhaupt gibt. Gerade einmal 20 Jahre alt, hat er sich mit dem TSV gemeinsam dafür entschieden, diese verantwortungsvolle Position zu übernehmen.

1-2 Jahre später wurde ich sportlicher Leiter. Aktuell bin ich im Dreigespann mit Olaf Wenzel und Steve Tlusty für die Männermannschaft verantwortlich, speziell für die Organisation, Neuzugänge, Verbleib von Spielern, aber auch die Planung der Vorbereitung. Des Weiteren unterstütze ich seit der Rückrunde „Schäf" als Co Trainer. Es macht mir sehr viel Spaß mit ihm. Außerdem ist die Mannschaft ein reiner Freundeskreis, in dem sich so gut wie Jeder mit Jedem gut versteht. Man kennt die meisten schon seit Jahren, denn der eine Teil hat schon mit mei-nem Bruder gespielt und mit den anderen habe ich selber zusammengespielt. Es ist sehr familiär und ein angenehmer Umgang und das zeichnet den Verein, die Truppe und die ganze SG aus.

Beim TSV besteht fast die ganze Mannschaft aus JFC Spielern? Was hältst du von der Zusammenarbeit zwischen dem JFC und TSV?

Die Erfolge der letzten Jahre sprechen für sich. Die Aufstiege in die Landesklasse und Verbandsliga kommen nicht von ungefähr. Ein Großteil der Mannschaft kommt vom JFC Gera gepaart mit einigen externen Spielern. Die Zusammenarbeit ist extrem ergiebig. Es kommen jedes Jahr talentierte Jungs zu uns, die in ihrer Jugend auf Landesebene stets auf höchstem Niveau gespielt haben. Was gibt es Besseres als solche Jungs in die Männermannschaft mit einzubinden? Mit viel Fleiß und Ehrgeiz werden die meisten sehr gute Männerspieler.


Der Aufstieg in die Verbandsliga war sicherlich der größte Erfolg. Wie lief es bisher und seid ihr zufrieden?

Damit hatte niemand gerechnet. Momentan sind wir mir 20 Punkten aus 17 Spielen auf Rang 11 und sind sehr zufrieden. Das hatte uns nur die Wenigstens zugetraut. Wir galten sogar bei den Meisten als Absteiger Nummer 1 vor der Saison, aber wir haben sie mit unserer jungen Truppe eines Besseren belehrt! Egal wie es nach der Spielpause weiter geht, wir dürfen uns nicht darauf ausruhen. Aber gerade bei der Truppe mache ich mir keine Sorgen, weil sie noch jung und hungrig ist. Die Jungs aber auch die Verantwortlichen der SG und die Trainer können stolz sein.


Was steht bei euch in der momentanen Zeit auf der Agenda?

Wir haben in den letzten Wochen mit allen Spielern über Skype telefoniert und mit ihnen das Gespräch gesucht. Wir planen natürlich schon für die neue Saison, weswegen wir uns bereits auch mit neuen Spielern beschäftigen, die uns verstärken können. Leider können wir momentan unsere sozialen Kontakte nicht pflegen, aber wir versuchen mit den Jungs in Kontakt zu bleiben.

Wie ist aktuell die Stimmung in der Mannschaft?

Die Jungs an sich sind natürlich etwas gefrustet und hätten die Saison gerne weitergespielt. Wir sind auch alle etwas genervt, dass wir zu Hause bleiben müssen und kein Fußball spielen dürfen. Wir machen jedoch das Beste daraus. Die Jungs sind auch mit der Saison zufrieden und halten sich aktuell individuell fit indem sie Joggen gehen oder Workouts machen. Das Training fehlt aber nichtsdestotrotz.

Wie sieht es in den kommenden Jahren aus? Was hab ihr für Ziele in der SG? Gibt es Spieler für die kommende Saison?

Zum einen muss man klar sagen, wir spielen jetzt in der Thüringenliga und wollen auf jeden Fall die Liga halten, egal ob die Saison abgebrochen oder fortgeführt wird. Unser Ziel ist es sich auch in den kommen-den Jahren in der Liga zu etablieren und stetig immer wieder neue Ta-lente zu integrieren. Wir wissen genau über alle A-Junioren Spieler Bescheid und beobachten sie auch bei fast jedem Spiel. Zudem ist „Schäf" noch nah an den U19-Junioren dran. Ein gutes Beispiel ist Niklas Schäfer, der in dieser Saison noch A-Junioren gespielt hätte. Mittlerweile ist er dank seiner Einstellung und seiner Leistungen nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft. Wir versuchen, die A-Junioren in unsere Vorbereitung mit einzubeziehen und schauen, ob sie in der Lage sind, den gleichen Weg zu gehen wie Niklas. Vor allem für Spieler vom JFC ist die Verbandsliga ein guter Einstieg in den Männerbereich. In der Sommervorbereitung haben Niklas Schäfer, Alexej Roslyakov und Clemens Friedrich mittrainiert, letztendlich hat Niklas den Sprung schon geschafft. Seit der Winterpause haben auch regelmäßig 1-2 A-Junioren bei den Männern trainiert bzw. haben beide Mannschaften auch Trainingseinheiten zusammen absolviert. Die Bindung zwischen den U19-Junioren und Männern ist uns sehr wichtig! Aber ich muss echt sagen, da kommen definitiv gute Spieler nach, die auch das Potential haben, Verbandsliga zu spielen. Wichtig ist ihre Mentalität und ob sie Bock haben sich durchzubeißen. Am Anfang kann man auch mal auf der Bank sitzen und muss sich durch Trainingsleistung empfehlen.

Hast du einen Tipp an die Jungs?

Bleibt dran und lasst euch von wenig Spielzeit oder unglücklichen Spielen nicht unterkriegen. Arbeitet kontinuierlich weiter und kommt auch ins Gespräch mit den Trainern und Mitspielern, wenn ihr nicht weiter-wisst. Arbeit zudem an euch, bleibt ehrgeizig und zeigt dem Trainer, dass ihr geil auf Fußball seid. Mich stört etwas, dass viele jungen Spieler den Kopf in den Sand stecken und sagen: „Dann gehe ich eben woanders hin und fertig." Das finde ich persönlich schwierig, denn man muss auch durchbeißen können, wenn man mal etwas länger auf der Bank sitzt. Klar kotzt das Fußballer an, jedoch muss im Anschluss eine Reaktion im Training folgen und Einheiten für sich machen oder vor bzw. nach dem Training Zusatzschichten schieben, um sich zu verbessern. Ein Trainerteam belohnt sowas auch.

Lieblingsmannschaft: Hannover 96

Lieblingsspieler Per Mertesacker

Schönste Tor der Karriere: Auf dem Großfeld beim Gera 03 unter Steffen Hadlich ein Freistoß von der Mittellinie, der ausnahmsweise reingefallen ist.

Bester Mitspieler: Sebastian Stolze (Jahn Regensburg), Theo Bergmann (Kaiserslautern)

Emotionalster Moment als Spieler: Aufstieg in die Bundesliga mit RWE

Emotionalster Moment als Trainer: Sieg in der KOL gegen Greiz nach einem 1:4 Rückstand in der 80. Minute noch 5:4 gewonnen. Ebenso die Aufstiege.


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—— AKTUELL ——
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